„KI wird die Beratung nicht ersetzen, sondern sie auf
ein neues Level heben.“
Bist du bereit, die Grenzen des Gewöhnlichen zu durchbrechen? Entdecke ‘Mit Vision – Auf dem Weg zur Unternehmer:in’, unsere exklusive Interview-Reihe, die die Türen zu einer Welt voller Innovation, Kreativität und strategischer Weitsicht öffnet. Hier enthüllen Pioniere der Branche aus erster Hand die Höhen und Tiefen des Unternehmertums. Authentische Geschichten, die so greifbar sind, dass du das Gefühl hast, selbst am Tisch zu sitzen.
Heute sprechen wir mit Patrick Hamacher. Patrick ist Experte für digitale Finanzberatung, biometrische Risiken und Social Media. Bekannt wurde der Versicherungsfachwirt als „Versicherungsmakler mit Cap“, unter anderem durch seinen mehrfach ausgezeichneten Versicherungsgeflüster-Podcast.
Was geht dir durch den Kopf, wenn du an Versicherungen denkst?
Wenn ich an Versicherungen denke, dann sehe ich nicht nur Verträge, Zahlen und Klauseln – für mich geht es um Menschen, ihre Geschichten und ihre Absicherung. Es geht darum, dass jemand, der hart für seine Zukunft arbeitet, nicht durch eine unvorhergesehene Situation plötzlich vor dem Nichts steht.
Besonders bei der Absicherung der Arbeitskraft, meinem Spezialgebiet, erlebe ich immer wieder, wie existenziell dieses Thema ist. Eine Krankheit oder ein Unfall kann alles verändern – und genau dann zeigt sich, wie wertvoll eine gute Absicherung ist. Leider beschäftigen sich viele erst mit dem Thema, wenn es fast zu spät ist. Mein Ziel ist es, hier aufzuklären, Vorurteile abzubauen und Lösungen zu bieten, die wirklich zum Leben der Menschen passen.
Gleichzeitig fasziniert mich, wie sich die Versicherungsbranche entwickelt. Digitalisierung, Automatisierung, neue Technologien – all das bietet riesige Chancen, Versicherungen verständlicher, zugänglicher und effizienter zu machen. Ich bin ein großer Fan davon, Dinge einfacher zu gestalten, Prozesse zu optimieren und so sowohl für Kund:innen als auch für uns Berater mehr Zeit für das Wesentliche zu schaffen: den persönlichen Austausch und maßgeschneiderte Lösungen.
Kurz gesagt: Versicherungen sind für mich weit mehr als nur ein notwendiges Übel – sie sind ein wichtiges Sicherheitsnetz, das es verdient, aus der angestaubten Schublade geholt zu werden. Und ich liebe es, genau das zu tun.
Warum gehst du arbeiten?
Ich gehe arbeiten, weil ich es liebe, Menschen dabei zu helfen, ihre Zukunft abzusichern – und weil ich es einfach nicht lassen kann. Für mich ist das kein „Job“ im klassischen Sinne, sondern eine Mischung aus Leidenschaft, Verantwortung und Gestaltungsfreiheit. Ich habe das große Glück, in einem Bereich tätig zu sein, der sowohl analytisches Denken als auch kreative Lösungen erfordert. Es geht nicht nur darum, Versicherungsprodukte zu vermitteln, sondern echte Probleme zu lösen und für meine Kund:innen einen spürbaren Mehrwert zu schaffen. Besonders in der Arbeitskraftabsicherung sehe ich mich als Übersetzer zwischen einer oft komplizierten Versicherungswelt und den individuellen Bedürfnissen meiner Kund:innen. Ich nehme mir die Zeit, Mythen aus dem Weg zu räumen, verständlich zu erklären und Absicherungen zu finden, die wirklich passen. Und wenn ich dann später von einem Kunden höre, dass ihm seine Versicherung in einer schwierigen Situation wirklich geholfen hat – das ist für mich die größte Bestätigung.
Dazu kommt meine Begeisterung für Digitalisierung, neue Technologien und Social Media. Ich liebe es, Prozesse zu automatisieren, effizienter zu machen und die Versicherungsbranche moderner zu gestalten. Ich bin fest davon überzeugt, dass Versicherungen weder langweilig noch kompliziert sein müssen – sie brauchen nur die richtige Herangehensweise. Gleiches gilt bei Social Media und der Kommunikation, gerade im B2B-Bereich.
Und nicht zuletzt: Ich bin gerne mein eigener Chef, entscheide selbst, wie ich arbeite, mit wem ich zusammenarbeite und welche Projekte ich vorantreibe. Die Freiheit, meine Ideen umzusetzen und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun, ist für mich der größte Antrieb.
Ich arbeite, weil ich es kann, weil ich es will – und weil es mich einfach erfüllt.
Wer oder was inspiriert dich?
Mich inspiriert vieles – Menschen, Technik, kreative Ideen und manchmal auch einfach das Leben selbst.
Einer meiner größten Antriebe sind Menschen, die mit Leidenschaft und Überzeugung für das brennen, was sie tun. Das können Visionäre aus der Tech-Welt sein, kreative Köpfe aus der Fotografie oder Kolleg:innen aus der Versicherungsbranche, die zeigen, dass unser Beruf alles andere als trocken sein muss. Ich liebe es, mich mit anderen auszutauschen, neue Blickwinkel kennenzulernen und immer wieder über den Tellerrand hinauszuschauen.
„Der Austausch mit Menschen, die mich fordern, hinterfragen und manchmal auch herausfordern, bringt mich weiter“
Ein großes Thema für mich ist auch die Digitalisierung. Ich bin begeistert davon, wie neue Technologien Prozesse vereinfachen, Abläufe beschleunigen und Dinge ermöglichen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren. KI, Automatisierung, smarte Tools – all das inspiriert mich, ständig zu überlegen: „Wie können wir das nutzen, um Versicherungen verständlicher, zugänglicher und besser zu machen?“
Aber auch mein Umfeld spielt eine große Rolle. Ob Familie, Freunde oder Kollegen – der Austausch mit Menschen, die mich fordern, hinterfragen und manchmal auch herausfordern, bringt mich weiter. Und natürlich meine Kund:innen: Ihre Geschichten, ihre Herausforderungen und ihre individuellen Bedürfnisse sind der Grund, warum ich das tue, was ich tue.
Mich inspiriert alles, was neue Perspektiven eröffnet, kreative Lösungen fordert und einen echten Mehrwert schafft. Und genau das treibt mich täglich an.
Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht/erlebt?
Letztes Jahr war ich das erste Mal in der Oper – und das war definitiv ein Erlebnis! Ich muss zugeben, Oper stand vorher nicht unbedingt auf meiner Bucket List. Die Atmosphäre, die Musik, die Inszenierung – das hat mich echt beeindruckt. Natürlich musste ich mich erstmal darauf einlassen, denn über drei Stunden Oper sind schon eine andere Welt als ein schnelles Netflix-Format. Aber genau das fand ich spannend: etwas erleben, was ich vorher nicht auf dem Schirm hatte.
Wofür bist du besonders dankbar?
ch habe das große Glück, einen Beruf zu haben, der mir nicht nur Spaß macht, sondern auch Sinn stiftet. Jeden Tag kann ich Menschen helfen, ihre Zukunft abzusichern, Missverständnisse rund um Versicherungen aus dem Weg zu räumen und dabei auch noch meine Leidenschaft Technik ausleben. Diese Kombination ist für mich einfach perfekt.
Gleichzeitig bin ich dankbar für die Menschen in meinem Umfeld – Familie, Freunde, Kollegen und Wegbegleiter, die mich unterstützen, herausfordern und inspirieren. Niemand erreicht etwas komplett alleine, und ich weiß, dass ich ohne diese Menschen heute nicht da wäre, wo ich bin.
Und dann gibt es noch die kleinen Dinge, für die ich dankbar bin: Ein guter Kaffee am Morgen, ein spannendes Gespräch, ein inspirierendes Buch oder die Freiheit, neue Orte zu entdecken und meinen Hobbies nachzugehen.
Wenn du heute Kund:in von Finanzdienstleistungen wärst: Was wäre für dich No-Go und was ist ein Must-have?
Wenn ich heute Kund:in von Finanzdienstleistungen wäre, dann hätte ich ganz klare Erwartungen – sowohl an die Beratung als auch an die Produkte. Ein absolutes No-Go wäre für mich, wenn Verträge unnötig kompliziert und in unverständlichem Fachchinesisch formuliert sind. Ich möchte auf einen Blick erkennen können, worauf ich mich einlasse, und nicht das Gefühl haben, dass irgendwo ein Haken versteckt ist. Noch schlimmer wäre es, wenn mir jemand mit Verkaufsdruck begegnet. Sätze wie „Das gibt’s nur heute!“ oder „Sie müssen das unbedingt abschließen!“ sorgen bei mir sofort für Skepsis. Ich will eine ehrliche Beratung auf Augenhöhe, keinen Verkaufsmarathon.
Ebenso wäre es für mich ein absolutes Ausschlusskriterium, wenn mir einfach eine Standardlösung präsentiert wird, ohne dass meine individuelle Situation berücksichtigt wird. Jeder Mensch ist anders, also sollten auch Finanz- und Versicherungsprodukte auf die jeweilige Lebenssituation abgestimmt sein. Genauso wenig hätte ich Lust auf eine schlechte Erreichbarkeit oder ständig wechselnde Ansprechpartner. Wenn ich Fragen habe oder Unterstützung brauche, dann will ich schnell und unkompliziert eine Antwort bekommen – nicht erst nach wochenlangem Warten.
„Wenn ein Produkt nicht zu mir passt, dann erwarte ich,
dass mir das auch offen gesagt wird“
Was für mich dagegen ein absolutes Must-have wäre, ist Transparenz und Verständlichkeit. Ich möchte genau wissen, welche Leistungen enthalten sind, welche nicht und was das für mich bedeutet. Ehrlichkeit ist mir dabei besonders wichtig – wenn ein Produkt nicht zu mir passt, dann erwarte ich, dass mir das auch offen gesagt wird. Ebenso ist mir wichtig, dass die Beratung nicht von oben herab erfolgt, sondern auf Augenhöhe. Ich will keine trockene Auflistung von Produktmerkmalen, sondern eine ehrliche Einschätzung meiner Situation mit individuellen Lösungen.
Dazu gehört für mich auch, dass Produkte flexibel und zukunftsorientiert sind. Mein Leben verändert sich, und meine Finanz- und Versicherungsprodukte sollten das mitmachen können. Moderne, digitale Lösungen, einfache Anpassungen und schlanke Prozesse sind für mich entscheidend. Gleichzeitig möchte ich aber auch wissen, dass ich nicht allein gelassen werde, wenn ich einmal Hilfe brauche. Ein guter Service und eine persönliche Betreuung, auch nach dem Abschluss, sind für mich essenziell.
Ich erwarte Fairness, Transparenz und eine Beratung, die sich wirklich an meinen Bedürfnissen orientiert. Und wenn das gegeben ist, dann bin ich auch gerne ein loyaler und langfristiger Kunde.
Butter bei die Fische: Was ist der Auftrag der Finanzdienstleistungsbranche gegenüber der Gesellschaft? Wo liegt eigentlich unsere Verantwortung?
Die Finanzdienstleistungsbranche hat eine klare Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – und die geht weit über das bloße Verkaufen von Produkten hinaus. Unser Auftrag ist es, Menschen dabei zu helfen, finanzielle Sicherheit zu gewinnen, Risiken richtig einzuschätzen und vorausschauend zu planen. Wir sorgen dafür, dass Existenzen abgesichert sind, dass Träume nicht an finanziellen Engpässen scheitern und dass niemand im Ernstfall vor dem Nichts steht.
Gerade in der Versicherungsbranche ist das oft eine unsichtbare Leistung. Wenn alles gut läuft, merkt man kaum, dass man abgesichert ist. Doch wenn es darauf ankommt – sei es bei einer Berufsunfähigkeit, einem Schadenfall oder im Alter – dann zeigt sich, wie wertvoll eine gute Absicherung ist. Unsere Verantwortung ist es, dafür zu sorgen, dass Menschen genau dann die finanzielle Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
Dazu gehört aber auch, dass wir unsere Rolle ernst nehmen und nicht nur als Verkäufer auftreten, die einfach nur irgendein Produkt loswerden wollen. Wir müssen aufklären, verständlich kommunizieren und den Menschen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und nicht nur das zu empfehlen, was sich gerade gut verkauft, sondern das, was langfristig sinnvoll ist.
„Der demografische Wandel, steigende Lebenshaltungskosten und unsichere Rentensysteme zeigen, dass wir gefordert sind, Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gesellschaftliche Verantwortung der Branche. Der demografische Wandel, steigende Lebenshaltungskosten und unsichere Rentensysteme zeigen, dass wir gefordert sind, Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir nicht nur bestehende Produkte vermitteln, sondern auch aktiv an Innovationen arbeiten müssen – sei es durch digitale Lösungen, transparente Beratung oder flexiblere Absicherungskonzepte.
Am Ende geht es darum, Vertrauen zu schaffen. Viele Menschen haben Vorurteile gegenüber der Finanz- und Versicherungsbranche – oft, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder die Themen als zu komplex empfinden. Unsere Aufgabe ist es, genau das zu ändern: mit Ehrlichkeit, Transparenz und echter Beratung, die Menschen langfristig weiterhilft. Wenn wir das richtig machen, dann leisten wir einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesellschaft – und genau das sollte unser Anspruch sein.
Was machst du anders als die meisten? Womit hebst du dich von deinen Mitbewerber:innen spürbar ab?
Ich würde gar nicht behaupten, dass ich den einen USP habe, der mich von allen anderen abhebt. Vielmehr ist es die Kombination aus verschiedenen Faktoren, die meine Art zu arbeiten prägt und vielleicht ein bisschen anders macht als die meisten. Zum einen bin ich nicht nur Versicherungsmakler, sondern auch jemand, der sich intensiv mit Digitalisierung, Automatisierung und neuen Technologien beschäftigt. Ich liebe es, intelligente Lösungen zu finden und so mehr Zeit für das Wesentliche zu schaffen: die individuelle Beratung und den persönlichen Austausch mit meinen Kund:innen.
Gleichzeitig sehe ich meinen Job nicht als reinen Vertrieb. Ich will niemandem einfach nur eine Versicherung verkaufen, sondern dafür sorgen, dass meine Kund:innen wirklich verstehen, was sie brauchen – und was nicht. Ich nehme mir die Zeit, komplexe Themen verständlich zu erklären und gemeinsam eine Absicherung zu finden, die wirklich passt. Außerdem bin ich nicht der klassische Anzug-und-Krawatte-Versicherungsmakler. Ich bin, wie ich bin – mit Cap, mit einer gewissen Lockerheit, aber immer professionell und fachlich fundiert. Ich glaube, dass Versicherungen nicht trocken oder kompliziert sein müssen, wenn man sie einfach verständlich und alltagstauglich erklärt.
Und dann gibt es da noch mein Engagement für die Branche. Ob als Podcaster, Speaker oder Berater für Kolleg:innen über unser Biomex Consulting – ich will nicht nur für meine eigenen Kund:innen etwas bewegen, sondern auch dazu beitragen, dass sich die Versicherungswelt insgesamt weiterentwickelt.
Ich mache vielleicht nicht alles anders, aber ich mache es so, dass es für mich und meine Kund:innen wirklich passt. Und das ist am Ende das, was zählt.
Welchen Tipp würdest du eine:r jungen Vermittler:in geben, der/die kurz vor der Gründung des eigenen Makler-Unternehmens steht?
Mein wichtigster Tipp: Fokussiere dich von Anfang an auf klare Abläufe, ein starkes Netzwerk und eine klare Positionierung – und verliere dich nicht im Klein-Klein.
Gerade zu Beginn ist die Versuchung groß, alles selbst machen zu wollen – von der Beratung über die Technik bis hin zum Marketing. Aber das kostet unglaublich viel Zeit und hält dich von dem ab, was wirklich zählt: gute Beratung und der Aufbau deines Kundenstamms. Investiere lieber früh in digitale Lösungen, die dir administrative Aufgaben abnehmen, und überlege dir, welche Prozesse du automatisieren kannst. Eine gut strukturierte Arbeitsweise von Anfang an erspart dir später viel Stress.
Außerdem: Suche dir ein starkes Netzwerk! Niemand kann alles wissen, und es ist völlig in Ordnung, sich Hilfe zu holen. Schließe dich mit anderen Makler:innen zusammen, tausche dich mit erfahrenen Kolleg:innen aus und nutze die Expertise von Spezialist:innen für verschiedene Bereiche.
Ich selbst arbeite in der BSC | Die Finanzberater als Teil der #Expertenfamilie, wo wir genau dieses Prinzip leben: Jede:r bringt seine oder ihre Stärken ein, sodass wir gemeinsam eine umfassende Beratung bieten können. Das schafft nicht nur Mehrwert für die Kund:innen, sondern auch für uns selbst.
„Wer versucht, alle Zielgruppen zu bedienen, wird am Ende für niemanden richtig greifbar“
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Positionierung. Überlege dir, wen du wirklich ansprechen willst und wo deine Stärken liegen. Wer versucht, alle Zielgruppen zu bedienen, wird am Ende für niemanden richtig greifbar. Spezialisierung hilft dir dabei, als Expert:in wahrgenommen zu werden und dich von der breiten Masse abzuheben.
Und zuletzt: Bleib offen für Neues! Die Versicherungsbranche verändert sich rasant, und wer heute noch nach klassischen Mustern arbeitet, wird es morgen schwer haben. Digitalisierung, Automatisierung und moderne Beratungsmethoden sind keine Bedrohung, sondern eine Chance, effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für das Wesentliche zu haben.
Bau smarte Prozesse auf, vernetze dich mit den richtigen Leuten, positioniere dich klar und nutze moderne Technologien. Dann stehen die Chancen gut, dass dein Maklerunternehmen langfristig erfolgreich wird.
Was glaubst du, welche Herausforderungen stehen dem Vermittler:innen-Markt bevor?
Der Markt steht vor mehreren großen Herausforderungen, die die Branche in den nächsten Jahren stark prägen werden. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss sich aktiv mit diesen Veränderungen auseinandersetzen und bereit sein, sich weiterzuentwickeln.
Eine der größten Herausforderungen ist die Digitalisierung und das veränderte Kundenverhalten. Kund:innen erwarten heute schnelle, digitale und einfache Lösungen – nicht nur beim Online-Shopping, sondern auch in der Finanz- und Versicherungsberatung. Vergleichsportale, Direktversicherer und KI-gestützte Beratungsangebote setzen neue Maßstäbe. Wer weiterhin auf Papier-Anträge und veraltete Prozesse setzt, wird es schwer haben. Die Kunst wird darin bestehen, digitale Lösungen sinnvoll zu integrieren, ohne den persönlichen Kontakt zu verlieren. Wer es schafft, Beratung und Technologie clever zu kombinieren, wird einen klaren Wettbewerbsvorteil haben.
Hinzu kommt die zunehmende Unsicherheit: Stichworte wie Regulierung, Provisionsdeckel, Dokumentationspflichten und mögliche Provisionsverbote sorgen dafür. Vermittler:innen, die ausschließlich auf klassische Vergütungsmodelle setzen, sollten sich frühzeitig mit Alternativen wie Servicepauschalen oder hybriden Modellen auseinandersetzen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz und Nachweise – Beratung muss immer detaillierter dokumentiert und begründet werden. Das bedeutet mehr Aufwand, aber auch die Chance, durch eine nachvollziehbare und transparente Arbeitsweise das Vertrauen der Kund:innen zu stärken.
Ein weiteres großes Thema ist der Nachwuchsmangel. Viele erfahrene Makler:innen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, doch es fehlt an jungen Nachfolger:innen. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild: Die neue Generation tickt anders, legt mehr Wert auf flexible Arbeitsmodelle und setzt verstärkt auf digitale Prozesse. Wer langfristig bestehen will, sollte sich mit Nachfolgekonzepten, Kooperationen und modernen Arbeitsweisen beschäftigen. Unternehmen, die jungen Berater:innen attraktive Perspektiven bieten, haben hier einen klaren Vorteil.
„Das Image der Branche bleibt eine Herausforderung“
Auch das Image der Branche bleibt eine Herausforderung. Versicherungen haben nach wie vor einen schweren Stand, und viele Menschen denken bei dem Thema eher an komplizierte Verträge, versteckte Klauseln und aggressive Verkaufsmethoden. Vermittler:innen müssen stärker daran arbeiten, dieses Bild zu verändern, indem sie durch ehrliche, verständliche und kundenorientierte Beratung überzeugen. Gleichzeitig wäre es wichtig, dass die Branche als Ganzes mehr Zusammenhalt zeigt. Statt sich gegenseitig schlechtzureden, sollten Berater:innen an einem besseren Gesamtimage arbeiten – denn am Ende profitieren alle davon.
Zudem wird die Spezialisierung immer wichtiger. Die Zeit der „Generalisten“, die alles für alle anbieten, geht langsam zu Ende. Kund:innen erwarten heute Berater:innen, die ihre spezifischen Bedürfnisse wirklich verstehen – sei es in einer bestimmten Berufsgruppe oder in einem speziellen Absicherungsbereich. Wer sich klar positioniert, wird sich künftig besser abheben und gezielter ansprechen können. Gleichzeitig wird die Fähigkeit, sich flexibel an neue Entwicklungen anzupassen, über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Letztendlich sind die Herausforderungen groß, aber sie bieten auch enorme Chancen für diejenigen, die sie aktiv annehmen. Vermittler:innen, die digitale Tools klug nutzen, sich klar positionieren und mit transparenter, ehrlicher Beratung punkten, werden langfristig erfolgreich sein.
Unter dem Motto: „Was muss ich tun, um der Spielball meiner Kund:innen zu sein“ – Was sollten Vermittler:innen tun, um immer mit Wertschätzung und auf Augenhöhe mit ihren Kund:innen zu arbeiten zu können?
Damit Vermittler:innen mit Wertschätzung und auf Augenhöhe arbeiten können, sind drei Dinge entscheidend: eine klare Positionierung, eine professionelle Arbeitsweise und das richtige Mindset.
Zunächst einmal ist es wichtig, dass Vermittler:innen ihren eigenen Wert kennen und diesen auch klar kommunizieren. Wer seine Arbeit als reine Dienstleistung zum Nulltarif anbietet und alles für jede:n tut, ohne Grenzen zu setzen, wird schnell ausgenutzt oder nicht ernst genommen. Kund:innen müssen verstehen, dass gute Beratung Zeit, Erfahrung und Fachwissen erfordert – und dass diese Leistung einen Wert hat. Eine transparente Kommunikation über den Beratungsprozess, den eigenen Mehrwert und die Erwartungshaltung an beide Seiten ist daher unerlässlich.
Ebenso spielt eine professionelle Struktur eine große Rolle. Vermittler:innen sollten klare Prozesse haben, feste Beratungsschritte definieren und eine effiziente Terminorganisation umsetzen. Wer ständig spontan erreichbar ist, jeden Kundenwunsch ohne System abarbeitet und sich von jeder Anfrage treiben lässt, verliert die Kontrolle über seinen Arbeitsalltag. Klare Abläufe und Regeln sorgen nicht nur für mehr Effizienz, sondern auch für eine professionelle Wahrnehmung durch die Kund:innen.
„Wertschätzung beginnt immer bei einem selbst – und wer professionell auftritt, wird auch als Profi wahrgenommen“
Dazu gehört auch, Nein sagen zu können. Nicht jede:r Kund:in passt zu jeder Beraterin oder jedem Berater – und das ist völlig in Ordnung. Wer merkt, dass jemand keine Wertschätzung für die Beratung hat, ständig nach kostenlosen Tipps fragt oder keinerlei Entscheidungsbereitschaft zeigt, sollte den Mut haben, sich davon zu lösen. Langfristig ist es besser, mit Kund:innen zu arbeiten, die den Wert einer guten Beratung erkennen und bereit sind, diesen auch anzunehmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine authentische, selbstbewusste und lösungsorientierte Kommunikation. Vermittler:innen sollten sich nicht in eine Bittsteller-Rolle begeben oder Kund:innen hinterherrennen. Stattdessen geht es darum, die eigene Expertise klar zu zeigen, Mehrwerte verständlich zu vermitteln und Kund:innen auf Augenhöhe durch den Entscheidungsprozess zu begleiten. Wer sich selbst als Berater:in mit Fachkompetenz und Mehrwert positioniert, wird auch so wahrgenommen.
Wer klare Strukturen hat, seinen eigenen Wert kennt, selbstbewusst kommuniziert und Kund:innen gezielt auswählt, wird nicht zum Spielball, sondern zum geschätzten Ansprechpartner. Wertschätzung beginnt immer bei einem selbst – und wer professionell auftritt, wird auch als Profi wahrgenommen.
Kann KI die Beratung in naher Zukunft übernehmen?
KI kann in der Beratung eine große Rolle spielen – aber sie wird den Menschen in naher Zukunft nicht vollständig ersetzen. Vielmehr sehe ich KI als ein mächtiges Werkzeug, das uns unterstützt, Abläufe optimiert und Routineaufgaben übernimmt, damit wir uns auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: den persönlichen Austausch mit unseren Kund:innen.
Schon heute gibt es KI-gestützte Tools, die Vertragsanalysen durchführen, Bedarfsanalysen erleichtern und Angebote schneller und präziser erstellen. Das ist ein riesiger Fortschritt, weil es Fehler reduziert und Zeit spart. Ich selbst nutze KI täglich, um meine Arbeit effizienter zu gestalten – sei es für Recherche, Prozessautomatisierung oder Kommunikation.
Aber: Beratung zur Versicherungsvermittlung ist mehr als nur Datenanalyse und Produktvorschläge. Es geht um Emotionen, um persönliche Geschichten und oft auch um komplexe Lebenssituationen, die keine KI der Welt in eine einfache Formel pressen kann. Viele Menschen brauchen eine individuelle Einschätzung, eine menschliche Perspektive und manchmal einfach das gute Gefühl, dass jemand ihre Sorgen versteht und sie nicht allein gelassen werden.
Deshalb bin ich überzeugt: KI wird die Beratung nicht ersetzen, sondern sie auf ein neues Level heben. Finanzberater:innen, die sich mit KI auseinandersetzen und sie klug integrieren, werden in Zukunft einen klaren Vorteil haben. Aber die menschliche Komponente – das Zuhören, das Verstehen und das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse – bleibt unersetzlich. Zumindest noch für eine ganze Weile.
In welchen sozialen Netzwerken bist du unterwegs, in welchen davon bist du sichtbar?
Ich bin hauptsächlich auf LinkedIn, Instagram und mit meinen Podcasts sichtbar, während ich auf Facebook eher passiv unterwegs bin.
Auf LinkedIn bin ich vor allem in meiner Rolle als Consultant für Biomex Consulting aktiv. Hier geht es weniger um klassische Endkundenberatung, sondern um den fachlichen Austausch mit Kolleg:innen, Entscheider:innen und Unternehmen in der Versicherungsbranche. Ich teile Insights zu Social Media, Corporate Influencern und modernen Beratungsprozessen – Themen, die unsere Branche effizienter, kundenfreundlicher und zukunftsfähiger machen.
Instagram nutze ich, um eine Mischung aus fachlichem Content, persönlichen Einblicken und ggf. einer Prise Humor zu teilen. Versicherungen sind oft ein sperriges Thema – auf Instagram zeige ich, dass es auch anders geht. Ob Versicherungsmythen, kurze Erklärvideos oder ein Blick hinter die Kulissen meines Alltags als Versicherungsmakler oder Consultant – hier geht es um Authentizität und Verständlichkeit.
Mit meinem Podcast „Versicherungsgeflüster“ gehe ich noch mehr in die Tiefe. Gemeinsam mit meinem Co-Host Bastian Kunkel spreche ich über die wichtigen Absicherungen, kläre Missverständnisse auf und helfe Zuhörer:innen, sich in der Welt der Versicherungen besser zurechtzufinden. Der Podcast ist eine perfekte Ergänzung zu meinen anderen Kanälen und bietet die Möglichkeit, auch komplexere Themen verständlich zu vermitteln.
Im „Freundebuch“-Podcast unseres Vereins Zukunft für Finanzberatung spreche ich mit interessanten Persönlichkeiten aus unserer Brache und wir füllen dort gemeinsam das Freundebuch aus. Dort gibt es spannende Einblicke in unsere bunte Finanzwelt und die dort agierenden Personen. Auf Facebook bin ich zwar noch präsent, nutze die Plattform aber eher passiv. Ich verfolge Branchendiskussionen, lese mit und tausche mich in Gruppen aus, aber meine Hauptaktivität findet auf den anderen Kanälen statt.
„Unser Ansatz basiert darauf, dass niemand alles wissen oder überall spezialisiert sein kann“
Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, ein starkes Netzwerk aufzubauen? Wer gehört in dein Netzwerk?
Ein starkes Netzwerk ist für mich essenziell – sowohl beruflich als auch privat. Niemand kann in allen Bereichen Experte sein, und genau deshalb ist es so wichtig, sich mit den richtigen Menschen zu umgeben. Ein gutes Netzwerk bedeutet nicht nur, Wissen und Erfahrungen zu teilen, sondern auch gemeinsam Lösungen zu entwickeln, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Ein zentraler Bestandteil meines Netzwerks ist die BSC | Die Finanzberater und unsere #Expertenfamilie.
Unser Ansatz basiert darauf, dass niemand alles wissen oder überall spezialisiert sein kann. Stattdessen setzen wir auf enge Zusammenarbeit zwischen Expert:innen aus den Bereichen Investieren, Finanzieren, Versichern und Vorsorgen. So können wir unseren Kund:innen eine ganzheitliche Beratung bieten, bei der jeder genau das tut, was er am besten kann. Ich selbst bin innerhalb der #Expertenfamilie für den Bereich Versichern zuständig, insbesondere für die Arbeitskraftabsicherung. Wenn meine Kund:innen darüber hinaus Fragen zu Finanzierungen oder Investments haben, kann ich auf unser Netzwerk zurückgreifen und sie an die passenden Spezialist:innen weitervermitteln.
Gleichzeitig ist mir der Austausch mit anderen Makler:innen und Versicherungsunternehmen enorm wichtig. Bei Biomex Consulting beschäftige ich mich intensiv mit den „Neuen Medien“. Hier vernetze ich mich mit den Kolleg:innen, um gemeinsam smarte Lösungen zu finden, die die Sichtbarkeit im B2B-Bereich stärken.
Aber ein Netzwerk besteht nicht nur aus beruflichen Kontakten. Auch Freunde, Familie und inspirierende Menschen aus anderen Branchen gehören für mich dazu. Oft entstehen die besten Ideen und Impulse, wenn man mal über den eigenen Tellerrand hinausschaut.
Inwiefern würdest du dir mehr Austausch innerhalb der Branche wünschen? Was braucht es dafür?
Ich würde mir definitiv mehr echten Austausch innerhalb der Branche wünschen – und zwar nicht nur auf Events oder in geschlossenen Netzwerken, sondern offen, praxisnah und ohne Scheuklappen. Die Versicherungs- und Finanzbranche steht vor großen Herausforderungen: Digitalisierung, sich wandelnde Kundenbedürfnisse, Regulierungen und nicht zuletzt ein Imageproblem. Das können wir nicht alleine lösen – dafür brauchen wir den offenen Dialog und eine Kultur, in der Wissen nicht als Wettbewerbsvorteil gehortet, sondern als gemeinsamer Fortschritt verstanden wird.
Genau deshalb engagiere ich mich als Vorstandsmitglied im Verein „Zukunft für Finanzberatung“. Unser Motto „Gemeinsam bewegen wir mehr“ ist für mich nicht nur eine Floskel, sondern eine echte Überzeugung. Wir brauchen mehr Vernetzung, mehr Zusammenarbeit und vor allem mehr Mut, Dinge anders zu machen. Der Verein bietet genau dafür eine Plattform – für den Austausch zwischen Finanzberater:innen und allen, die unsere Branche besser und zukunftsfähiger machen wollen.
„Wir brauchen moderne Formate für den Austausch“
Was es dafür braucht? Mehr Offenheit, weniger Silodenken. Viel zu oft erlebe ich, dass die Branchenteilnehmer:innen sich als Konkurrent:innen sehen, anstatt voneinander zu lernen. Dabei könnte ein intensiverer Austausch dazu beitragen, dass wir gemeinsam bessere Lösungen entwickeln, effizienter arbeiten und letztlich auch unsere Kund:innen besser beraten.
Außerdem brauchen wir moderne Formate für den Austausch – interaktive Netzwerke und praxisorientierte Communitys. Social Media, Podcasts und innovative Events bieten riesige Chancen, Wissen und Erfahrungen auf eine neue Art zu teilen.
Ich wünsche mir mehr Vernetzung, mehr Ehrlichkeit und mehr gemeinsames Gestalten. Die Herausforderungen in der Finanzberatung sind groß – aber gemeinsam haben wir die Möglichkeit, unsere Branche in eine moderne, transparente und kundenorientierte Zukunft zu führen.
Welchen Nutzen siehst du in der Fokussierung auf spezifische Zielgruppen?
Die Fokussierung auf spezifische Zielgruppen ist für mich einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren – egal in welcher Branche. Je besser ich die Bedürfnisse, Herausforderungen und Erwartungen einer bestimmten Gruppe verstehe, desto gezielter kann ich darauf eingehen – und desto größer ist der Mehrwert für meine Kund:innen.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Fitnessbranche. Ein Personal Trainer, der sich auf Leistungssportler:innen spezialisiert hat, wird einen völlig anderen Ansatz verfolgen als jemand, der sich auf Menschen konzentriert, die nach langer Zeit wieder mit Sport anfangen wollen. Die Sprache, die Trainingsmethoden, die Betreuung – all das unterscheidet sich je nach Zielgruppe enorm. Wer alles für alle anbietet, spricht letztlich niemanden richtig an. Wer sich hingegen klar positioniert, kann genau auf die spezifischen Bedürfnisse eingehen und damit gezielter helfen.
Und genau das gilt auch in der Versicherungsbranche. Wer sich auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisiert, kann viel gezielter beraten. Die einer jungen selbstständigen Designerin unterscheiden sich massiv von denen eines angestellten Ingenieurs oder einer Zahnärztin mit eigener Praxis. Von der Risikoanalyse über die passenden Absicherungen bis hBedürfnissein zur Kommunikation – es macht einen großen Unterschied, ob ich die individuellen Herausforderungen meiner Kund:innen verstehe oder nur allgemeine Standardlösungen anbiete.
„Niemand sucht einfach nur irgendeinen Versicherungsmakler“
Zudem schafft eine klare Positionierung auch mehr Vertrauen und Sichtbarkeit. Wer merkt, dass ich mich intensiv mit seiner Berufsgruppe und ihren spezifischen Herausforderungen auskenne, wird sich viel eher angesprochen fühlen und mir auch zutrauen, die bestmögliche Lösung zu finden. Niemand sucht einfach nur „irgendeinen Versicherungsmakler“, sondern jemanden, der wirklich versteht, worauf es in ihrer oder seiner Situation ankommt.
Spezialisierung bedeutet, bessere Beratung zu liefern, gezielter zu kommunizieren und sich als Expert:in zu positionieren. Das sorgt nicht nur für zufriedenere Kund:innen, sondern auch für mehr Effizienz und nachhaltigen Erfolg – in der Fitnessbranche genauso wie in der Versicherungswelt.
Gibt es eine Botschaft oder Erkenntnis, die du schon immer mit anderen Unternehmer:innen teilen wolltest?
Ja, definitiv: Hört auf, alles alleine machen zu wollen – setzt auf Zusammenarbeit und Netzwerke!
Viele Unternehmer:innen, gerade in der Finanz- und Versicherungsbranche, haben den Anspruch, alles selbst regeln zu müssen. Vertrieb, Beratung, Buchhaltung, Marketing, Technik – am besten läuft alles über eine Person. Aber das ist weder effizient noch nachhaltig. Erfolgreich ist nicht der oder diejenige, die am meisten arbeitet, sondern diejenige, die die richtigen Strukturen, Tools und Menschen um sich herum hat.
Ich habe für mich erkannt: Es ist völlig in Ordnung, nicht in allem perfekt zu sein. Niemand kann alles wissen und alles können. Deshalb ist es so wichtig, sich mit anderen Expert:innen zu vernetzen, Aufgaben zu delegieren und auf Automatisierung zu setzen. Wer sich darauf konzentriert, in seinem Bereich exzellent zu sein, anstatt sich zu verzetteln, arbeitet nicht nur erfolgreicher, sondern auch entspannter.
Ein weiteres Learning, das ich gerne weitergeben möchte: Hört auf, in starren Mustern zu denken. Die Welt verändert sich, Kund:innen erwarten moderne Lösungen, und die Art, wie wir arbeiten, wird sich weiter wandeln. Wer sich neuen Technologien, digitalen Prozessen oder innovativen Geschäftsmodellen verschließt, wird es langfristig schwer haben. Es geht nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen, aber wer stehen bleibt, fällt irgendwann zurück.
Und zu guter Letzt: Kooperation schlägt Konkurrenz. Ich bin ein großer Fan davon, Wissen zu teilen, Synergien zu nutzen und mit anderen Unternehmer:innen zusammenzuarbeiten. Wer glaubt, sich nur durch das Schlechtmachen anderer profilieren zu müssen, denkt kurzfristig. Langfristig gewinnen die, die offen sind, echte Mehrwerte bieten und mit anderen an einer starken, vertrauenswürdigen Branche arbeiten.
Setzt auf Netzwerke und bleibt offen für Veränderungen – und hört auf zu glauben, dass ihr alles allein schaffen müsst. Gemeinsam erreicht man mehr.
Was wünschst du dir von deinen Kolleg:innen?
Ich wünsche mir von meinen Kolleg:innen vor allem mehr Miteinander, mehr Respekt und weniger Konkurrenzdenken auf Kosten anderer.
Leider erlebe ich immer wieder, dass Finanzberater:innen ihre eigenen Kolleg:innen schlechtreden, nur um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Aussagen wie „Alle anderen verkaufen nur Mist – nur ich mache es richtig“ oder „Bei den anderen landet ihr in der Versicherungsfalle“ sind nicht nur unsachlich, sondern schaden am Ende unserer ganzen Branche. Wenn wir das Bild vermitteln, dass überall schwarze Schafe lauern, dann zerstören wir das Vertrauen der Menschen in unsere Arbeit – und das fällt irgendwann auf uns alle zurück.
„Niemand kann alles wissen
oder überall perfekt sein“
Statt gegeneinander zu arbeiten, sollten wir uns mehr unterstützen. Niemand kann alles wissen oder überall perfekt sein. Deshalb ist es doch viel wertvoller, sich mit anderen Kolleg:innen auszutauschen, Fachwissen zu teilen und voneinander zu lernen. Es gibt so viele großartige Makler:innen und Finanzberater:innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten – wenn wir unser Wissen bündeln, können wir Kund:innen viel besser beraten, als wenn jede:r nur für sich kämpft.
Gerade durch meine Arbeit in der BSC | Die Finanzberater und unsere Expertenfamilie weiß ich, wie viel Mehrwert eine enge Zusammenarbeit bringen kann. Wenn jede:r seine Stärken einbringt, entsteht eine Beratung, die über das hinausgeht, was eine Einzelperson leisten kann. Und genau so sollten wir es als Branche sehen: Nicht als Einzelkämpfer:innen, sondern als Expert:innen, die sich gegenseitig ergänzen.
Natürlich gibt es in jeder Branche bessere und schlechtere – das ist normal. Aber statt immer nur nach Fehlern bei anderen zu suchen, sollten wir uns darauf konzentrieren, unsere eigene Arbeit zu verbessern und gemeinsam an einem positiven Image für die Finanzberatung zu arbeiten.
Ich wünsche mir weniger Ego-Kämpfe, weniger Schlechtreden und mehr echtes Miteinander. Wir sitzen alle im selben Boot – also lasst uns doch zusammen dafür sorgen, dass Finanzberatung als das wahrgenommen wird, was sie sein sollte: eine sinnvolle, wertvolle und vertrauensvolle Dienstleistung für unsere Kund:innen.
In der Interview-Reihe ‘Mit Vision – Auf dem Weg zur Unternehmer:in’ erfährst du alles über Entrepreneurship, die Zukunft des Vertriebs und deine eigene Rolle. Hier ist kein Platz für Schubladendenken oder Standardantworten. Ganz im Gegenteil: Innovation und Weitsicht stehen im Mittelpunkt dieser packenden Gespräche.
Über die Autoren:
Stephan Busch ist Versicherungsmakler und Inhaber von PROGRESS Finanzplaner.
Tim Schreitmüller ist digitaler Stratege mit Versicherungs-Know-how von der LV 1871.
Über den Interviewpartner:
Patrick Hamacher verbindet seit 20 Jahren moderne Technologien mit tiefgehendem Fachwissen und setzte neue Maßstäbe in der Online-Beratung. Als Teil von BSC | Die Finanzberater arbeitet er eng mit Expert:innen aus den Bereichen Investieren, Finanzieren, Versichern und Vorsorgen zusammen.
Seit 2022 ist er zudem Geschäftsführer „Neue Medien“ der BIOMEX Biometrie-Expertenservice GmbH, einer der führenden Instanzen für digitale Marktunterstützung.